Andreas Caminada neu auch in Zürich

18. Februar 2020
Andreas Caminada hat in diesen Tagen auch in Zürich ein neues Zuhause bezogen. Ab sofort ist der Bündner Überflieger an der Marktgasse im Niederdorf mit seinem neusten «Igniv» präsent.

«Igniv by Andreas Caminada» heisst das neuste Gourmetnest des Bünder Spitzenkochs im Zürcher Niederdorf. Zentral gelegen, befindet sich das neue Restaurant im feinen Boutique-Hotel Marktgasse, das zur Ospena Group AG gehört.

Das Interior Design stammt wie bei allen Igniv-Restaurants von der spanischen Designerin Patricia Urquiola.

«Unsere Restaurants sind spezielle Genussorte», bringt Caminada seine Absicht auf den Punkt. «Ich hoffe, dass die Zürcher viel Freude daran haben, das gemeinsame Erlebnis und ein gutes Essen miteinander zu teilen.»

Sharing is caring

Caminada kombiniert in seinen Ignivs, zu deutsch «Nest», seit 2015 gehobene Restaurantkultur mit dem Sharing-Gedanken: Die Fine-Dining-Sharing-Experience lebt von kreativen Gerichten, die in kleinen Schälchen, Tellern, Schüsseln und Etageren in die Tischmitte serviert und unter den Gästen nach eigenem Gusto geteilt werden. «Diese Idee eint alle unsere Ignivs. Aber jeder Ort ist für sich allein und durch die Gastgeber vor Ort einzigartig und das Interieur individuell für den jeweiligen Standort entworfen.»

Den optimalen Standort innerhalb der Stadt zu finden, war Caminada enorm wichtig. «Für das erste Igniv in Zürich habe ich mir eine einzigartige Location gewünscht. Einen Ort mit Geschichte, im Herzen der Stadt, wo das Leben spielt.» Die gute Lage in der Altstadt, gepaart mit dem passenden Partner, hat dann den Ausschlag gegeben: «Das Niederdorf ist perfekt. Hier gibt es ringsum eine lebhafte Gastroszene.» 

Typisch Igniv: Das gläserne Geschirr.

Das Potenzial des gemeinsamen Projekts schätzt auch Daniel Reimann, CEO der Ospena Group AG: «Das neue Igniv wird nicht nur die Positionierung unseres Marktgasse Hotels stärken, sondern die Zürcher Gastronomieszene um ein Ausgeherlebnis bereichern.» 

Die Küche führt Daniel Zeindlhofer

An der Umsetzung der Ideen vor Ort war Hoteldirektor John Rusterholz massgeblich beteiligt. «Das denkmalgeschützte Haus, in dem wir 2015 unser Marktgasse Hotel eröffnet haben, hat eine bewegte Geschichte. Bereits im 15. Jahrhundert zählte es zu den vornehmsten Gasthäusern Zürichs und war in der Vergangenheit sogar mal ein Tanzlokal und Varieté. Das Igniv hat also ein Zuhause bekommen, in dem Unterhaltung und besondere Gastlichkeit eine lange Tradition haben.» 

Das Zepter am Herd übergibt Andreas Caminada erneut an ein Talent aus seinen Reihen: Küchenchef Daniel Zeindlhofer setzt das Fine-Dining-Sharing-Konzept mit einer siebenköpfigen Brigade um. Die Gerichte entstehen dabei in enger Abstimmung mit dem Igniv-Gründer: «Unsere Karte hält immer einige beliebte Signature Dishes bereit», meint Zeindlhofer, «die in allen Igniv Restaurants zu finden sind, wie unsere Nuggets oder die Fischsuppe. Dazu haben wir eine vielseitige A-la-Carte-Auswahl und natürlich unser Herzstück – das Sharing-Menü mit bis zu 15 Gerichten zum Teilen», erklärt der ambitionierte Chef. Hinzu kommen ein Roomservice-Angebot für Gäste der 39 Zimmer im Hotel sowie ein Business Lunch: «Mittags servieren wir eine verkürzte Sharing Experience in unter einer Stunde.» 

Das Igniv-Team steht gleichermassen für ein stringentes Grundkonzept und Freiraum für hochtalentierte Individualisten.

Gastgeberin Ines Triebenbacher richtet es

Als Gastgeberin sorgt Ines Triebenbacher mit ihrem jungen Team für entspannten wie persönlichen Service. Als Duo sind die 29-Jährige und der 31-jährige Küchenchef längst eingespielt: Beide haben ihre Gastgeberqualitäten bereits im Sagogner Restaurant Vista unter Beweis gestellt. Der gebürtige Österreicher kochte zuvor an der Seite von Caminada im Drei-Sterne-Restaurant Schloss Schauenstein, während Ines Triebenbacher dort Erfahrungen im Service sammelte. «Daniel und Ines haben genau die richtige Energie für ein lebhaftes, urbanes Restaurant wie das Igniv Zürich. Wir alle haben vollstes Vertrauen in ihr Können und wünschen beiden viel Erfolg», bestätigt Andreas Caminada.

Interior Design wiederum von Patricia Urquiola

Auch beim Intérieur überliessen die Partner des neuen Igniv nichts dem Zufall. Wie bei den beiden ersten Dependancen in Bad Ragaz und St. Moritz vertraute Caminada erneut auf die Kreativität der in Mailand ansässigen Stardesignerin Patricia Urquiola. Das ehemalige «Baltho Küche & Bar» wandelte sich durch ihre unverwechselbare Handschrift binnen weniger Monate zu einem 40 Sitzplätze umfassenden Gourmetnest.  

Das Innendesign setzt passend zur Vorgeschichte des Hauses auf viel Stoff: «Als Hommage an die Zeiten als Theater und Varieté haben wir den Gastraum vollständig mit eleganten, schweren Vorhängen umhüllt und mit einem grossen Kronleuchter bestückt. Satte Farben wie Türkisblau, Safrangelb und Rostrot treffen auf ruhiges Hellgrau.

Im Kontrast dazu ziehen die teils glänzenden Oberflächen der Tische den Blick auf sich und werden so zur Bühne für die Küchenkunst im Igniv», erklärt Patricia Urquiola die Idee hinter dem gewählten Interieur. Der typische Nestcharakter wird durch gestalterische Details weiter hervorgehoben: «Durch edle Materialen wie Samt, Messing und Marmor ist eine sehr behagliche, aber auch glamouröse Atmosphäre entstanden, während die organischen Formen der Sessel und halbrunden Sofas das Kokongefühl eines Nests verstärken.»

Eine Besonderheit bietet indes nur die Zürcher Dependance: Die Bar im Entrée des Restaurants bietet 36 zusätzliche Plätze und ist das Reich des 25-jährigen Barchefs Philipp Kössl. «Die Bar im Marktgasse Hotel war schon immer grandios. Jetzt ist es die erste Igniv-Bar. Hier servieren wir ab sofort kleine Snacks und eigens kreierte Drinks», freut sich Caminada über das neue Angebot.

Im April folgt vielleicht schon der nächste Streich

Nach dem Erfolg seiner ersten Ignivs im Badrutt’s Palace St. Moritz und im Grand Resort Bad Ragaz folgt auf Zürich am 1. April die Eröffnung des nächsten Igniv in Bangkok – «sofern uns das Coronavirus keinen Strich durch die Rechnung macht», wie Andreas Caminada an der Marktgasse angesichts der jüngsten Entwicklung der Pandemie im asiatischen Raum mit leichtem Stirnrunzeln anfügt.