Sonnenfrüchte für die Schweiz

26. März 2026

Ausserhalb der sizilianischen Kleinstadt Lentini gedeihen auf über 60 Hektaren die Demeter-Zitrusfrüchte von Salamita. Zu Besuch bei der Pionierin des ökologischen Landbaus in Italien.

Wenn die Früchte reif sind, lege ich mich gern unter meine Zitrusbäume und schaue zu ihnen hinauf. Die Bäume sind für mich wie ein Himmel voller Sterne. Wohlduftender, saftiger Sterne», sagte der sizilianische Zitrusbauer Francesco Salamita einmal. Für derlei Betrachtungen hat Andrea Mauro bei unserem Besuch im Frühling allerdings überhaupt keine Zeit: Er leitet die Azienda Agricola San Torello in der Stadt Lentini, 36 Kilometer von Catania entfernt, und damit einen von insgesamt vier Betrieben, die zur 1972 gegründeten Cooperativa Salamita in Barcellona Pozzo di Cotto gehören.

Gut, aber hart

Auf 60 Hektaren Land kultivieren Mauro und sein Team neben vielen Feigenkakteen, Mandel- und Olivenbäumen sowie Trauben auch 20 000 Zitrusbäume: Bitter- und Navel-Orangen, Navelate, Moro, Tarocco und Sanguinello, Grapefruits, Zitronen und Satsumas, Mandarinen und Clementinen, um nur einige zu nennen. Die Lage ist prima: Gras gibt es genug, für Biodiversität ist in der Nähe des Lentini-Stausees gesorgt – und auf der nährstoffreichen Vulkanerde südlich des schneebedeckten Ätna gedeihen die Zitrusfrüchte ausgezeichnet. Dazu düngen die Schafe auf dem Demeter-Hof die unbehandelten Kulturen.

Im Sinne der Biodynamie benutzt Salamita die Präparate 500 Hornmist und 501 Hornkiesel, um die Bodenbiologie zu aktivieren, den Humusaufbau zu fördern und die Pflanze zu stärken. «Durch das genaue Beobachten der Bäume und den Einsatz der Präparate haben wir die Krankheiten, welche die Pflanzen befallen können, gut im Griff. Es braucht in der biodynamischen Landwirtschaft aber bedeutend mehr Handarbeit», erzählt Mauro.

Der Landwirt ist in Rapperswil aufgewachsen. Noch vor Ende seiner Schulzeit zogen seine Eltern 1990 allerdings zurück in die sizilianische Heimat. Mit 15 startete Mauro seine Karriere als Orangenpflücker, seit sechs Jahren ist er Betriebsleiter der Demeter-Kooperative. Eine humusreiche Erde, in der gesunde Pflanzen wachsen und gedeihen, sorgsam gepflegt von Menschen, in einer schönen Landschaft – das sei ihm wichtig, sagt der Landwirt. Und: «Die Arbeit im Bio-Anbau ist eine gute, aber harte Arbeit.» Das gilt im Sommer, wenn die Temperaturen auf bis zu 42 Grad steigen, ebenso wie im Winter, wenn auch mal ein eisiger Wind durch die Plantagen fegt.

Dann beginnt die eigentliche Arbeit: zwischen Hitze, Wasserknappheit und sorgfältiger Ernte. Lesen Sie weiter im aktuellen marmite über den Alltag auf der Plantage und über jenen Moment, in dem ein einziger Duft Sonne, Meer und Arbeit vereint.

Text und Bilder: Urs Oskar Keller

Könnte dir auch gefallen

Aargauer von Weltformat

Apr. 2026

In der Spitzengastronomie, über die Schweiz hinaus: Die Pinots noirs von Tom Litwan können mit den Besten mithalten....

In der Spitzengastronomie, über die Schweiz hinaus: Die Pinots noirs von Tom Litwan können mit den Besten mithalten. Nicht trotz, sondern wegen ihrer Herkunft.

Vier Gänge, drei Impulse

Apr. 2026

Wie prägen japanische Denkweisen die moderne europäische Küche? Dieser Frage geht eine illustre Runde von Profis am 2....

Wie prägen japanische Denkweisen die moderne europäische Küche? Dieser Frage geht eine illustre Runde von Profis am 2. Mai in Basel auf den Grund.

Caminada kann es auch simpel

Mrz. 2026

Ein Facelift gehört an der Zürcher Goldküste ab einem gewissen Alter zum guten Ton. Der plastische Chirurg des...

Ein Facelift gehört an der Zürcher Goldküste ab einem gewissen Alter zum guten Ton. Der plastische Chirurg des Restaurants Buech in Herrliberg heisst Andreas Caminada – und hat einen hervorragenden Job gemacht. Die Hütten entstaubt, die Patina ins Rampenlicht gerückt, die Menükarte aufgefrischt. Der Charme ist zurück.