Das grosse Fressen
Marco Ferreris Skandalfilm «Das grosse Fressen» ist – im Gegensatz zum hier abgebildeten und typisch historisierenden Bild – eines der wenigen Kunstwerke, das die Völlerei in einen zeitgenössischen Kontext stellt.
1973 dreht Marco Ferreri den Skandalfilm «Das grosse Fressen». «La Grande Bouffe», wie der Film im französischen Original heisst, ist eines der wenigen Beispiele, wo die Handlung der grenzenlosen Völlerei und des Überflusses nicht Jahrhunderte zurück in der Zeit versetzt oder in einer exotischen Welt spielt, sondern im Hier und Heute, mitten in Europa, in Frankreich. Vier Männer, gutbürgerliche Repräsentanten der Wirtschaftswundergesellschaft, geben sich in einer abgelegenen Villa einer bespiellosen Fress- und Sexorgie hin. Sie veranstalten ein Austernwettessen, laden Prostituierte ein, die ihre makellosen Körper mit Crèmetorten beschmieren. Sie kochen und verschlingen rund um die Uhr ungeheure Mengen an Speisen. Und die vier Freunde verfolgen dabei einen perversen Plan: Sie wollen sich buchstäblich zu Tode fressen. Sie essen, nicht um zu leben, sondern um zu sterben. Selbstzerstörerisch und grotesk.
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