Pinky Soup als roter Faden

13. August 2026

In Vilnius etabliert sich eine faszinierende Kombi­nation aus traditionellen Rezepten und modernen Kulinarikexperimenten. Besonders beliebt: asiatische Aromen und süsse Weine.

600 000 Einwohnerinnen und Einwohner und eine offene Genusskultur: Das ist Vilnius

Im Sommer ist sie allgegenwärtig: die erfrischende Suppe aus Randen, Kefir und Dill, eine kalte Borschtsch-Variante. Auf Plakaten wird für sie geworben, die Restaurants von Vilnius übertreffen sich damit, die litauische Sommerspezialität anzupreisen. Ob die vielen asiatischen Touristengruppen, deren Mitglieder sich gerade durch den Nieselregen drängen, dafür zu begeistern sind, bleibt offen.

Das Gaspar Fernandes

Vielleicht kehren sie eher bei Gaspar Fernandes ein, einem der bekanntesten Köche der Stadt. Der Mann wurde im indischen Goa geboren, lernte in London das Kochen und serviert heute in dem nach ihm benannten Restaurant Austern mit Yuzu, Jakobsmuschel-Carpaccio mit Stachelbeeren oder Vindaloo Masala-Curry nach Art seiner Mutter samt Crumble aus Hühnerhaut und rotem Reis. Sein Sommelier empfiehlt derweil portugiesischen Weisswein, was zusätzlich beweist, dass man in Vilnius offen ist für Genusskultur aus aller Welt. Ein Stern blitzt über dem Gaspar’s nicht, aber der Bib Gourmand gilt in der Stadt mit 600 000 Einwohnerinnen und Einwohnern schon als Ritterschlag. Apropos Michelin: Vier Restaurants mit einem Stern besitzt das Land, alle in der Hauptstadt, aber auf einen Zweisterner wartet man noch. Anders als in der Nachbarnation Estland. Kein Wunder, scherzt die Vertreterin des Tourismusbüros. Die Esten seien immer einen Schritt voraus.

Eine Spezialität, die gar nicht so einfach zu finden ist: der Astkuchen.

115 Euro sind das Maximum

Doch das darf bezweifeln, wer beide Länder besucht hat. Man könnte es eher so erklären: In Litauen machen die Menschen (…)

Ist Estland Litauen kulinarisch tatsächlich einen Schritt voraus? Vilnius liefert einige Argumente dagegen. Zwischen Fermentation, Fine Dining und einer überraschend internationalen Wein- und Genusskultur zeigt die Stadt, wie selbstverständlich Tradition und neue Einflüsse heute zusammenspielen. Lesen Sie weiter im aktuellen marmite 3/2026.

Text: Wolfgang Fassbender 
Bilder: Go Vilnius

Könnte dir auch gefallen

Die spannendste Speisekammer der Schweiz 

Aug. 2026

Im diesjährigen Food Lab widmen sich zehn junge Köchinnen und Köche der Frage, was kulinarisch in unserer unmittelbaren Umgebung steckt. Die Ergebnisse...

Im diesjährigen Food Lab widmen sich zehn junge Köchinnen und Köche der Frage, was kulinarisch in unserer unmittelbaren Umgebung steckt. Die Ergebnisse werden im Herbst auf genussvolle Weise öffentlich. 

Einmal drumherum

Aug. 2026

Mal ist sie blosse Verpackung, mal sorgt sie für charakteristische Aromen: die Käserinde.

Mal ist sie blosse Verpackung, mal sorgt sie für charakteristische Aromen: die Käserinde.

Spitzenküche trifft auf Street Food 

Aug. 2026

Das Zürcher Soï 28 lädt zum sommerlichen Festival. Das Line-up kann sich sehen lassen.

Das Zürcher Soï 28 lädt zum sommerlichen Festival. Das Line-up kann sich sehen lassen.