Nordisch Nobel
Kopenhagen gilt als kulinarische Hauptstadt des Nordens. Wir finden: Stockholm hat mindestens so viel zu bieten. Auf zum genussvollen Rencontre mit Langustinen und Kardamom-Buns!
Besonders in den kalten Wintermonaten entfaltet Stockholm seinen besonderen Charme für Feinschmecker, wenn man sich mit gutem Gewissen dem Genuss hingeben kann. Die Stadt kombiniert dabei skandinavische Traditionen mit modernen, innovativen Konzepten und zieht so Gourmets aus aller Welt an.

Fine Dining mit Mathias Dahlgren
Ein kulinarisches Aushängeschild Stockholms ist das Grand Hôtel, das nicht nur als eines der schönsten Hotels Nordeuropas gilt, sondern auch Heimat des gefeierten Spitzenkochs Mathias Dahlgren ist. Dahlgren, Mitverfasser des Manifestes der nordischen Küche und Bocuse d’Or-Gewinner, führt mit seinem Restaurant Seafood Gastro ein Lokal, das kulinarisch auf höchstem Niveau agiert. Sein Markenzeichen: absolute Kompromisslosigkeit bei der Auswahl der Produkte und jene Schnörkellosigkeit, die man nur bei den ganz Grossen findet. Dass der Guide Michelin sein Fine- Dining-Lokal Seafood Gastro lediglich mit einem Stern auszeichnet, ist – bei allem Respekt für die rote Gourmetbibel – ein Witz. Das Niveau der Gerichte lässt sich durchaus mit denen im dänischen Dreisterner Jordnaer vergleichen.

Besonders herausragend sind seine Langustinen aus den kalten Gewässern vor Norwegen, die nahezu pur serviert werden, um ihren intensiven Geschmack zu bewahren. Selbst eine Beurre blanc wäre hier eine Überlagerung – Dahlgren konzentriert sich auf das pure Aroma der Produkte. Der zehn Kilo schwere Steinbutt wird eine Woche trocken gereift, bevor er mit kleinen, bissfesten Pfifferlingen und hochwertigem Seehasenrogen serviert wird. Auch Jakobsmuscheln erfahren in seiner Küche eine besondere Behandlung: Er kombiniert sie mit gerösteten und als Crème verarbeiteten Pistazien und rundet das Gericht mit einer grosszügigen Nocke Kaviar ab. Ein weiteres Beispiel für Dahlgrens Perfektionismus sind Miesmuscheln, die mit einer raffinierten Makrutlimetten-Essenz als Amuse Bouche serviert werden.


Sein Zweitrestaurant Matbaren verfolgt ein innovatives Bistronomiekonzept, bei dem zwischen Bestellung und Servieren maximal fünf Minuten vergehen. Trotz der Geschwindigkeit bleibt die Qualität makellos: Onsen-Ei mit gebratenen Pfifferlingen, Steinpilzcrème und frittierten Bärlauchblüten oder Bao Buns mit confiertem Entenschenkelfleisch, Hoisin-Sauce, Kimchi-Mayonnaise und Pickles zeigen, dass schnelle Gerichte nicht auf Raffinesse verzichten müssen.
Stockholms Brasserie-Kultur
Auch abseits der Sternegastronomie lockt Stockholm mit einer vielfältigen Genusslandschaft. In der Brasserie Astoria setzt Björn Frantzén, Betreiber des 3-Sterne-Restaurants Frantzén, auf gehobene Bistro-Küche mit internationalen Einflüssen. Die elegante Location in einem alten Kino sorgt für ein einzigartiges Ambiente.
Für eine authentische Pause bietet sich das charmante Schmaltz Delicatessen an, wo jüdische Spezialitäten wie Kugel, ein Kartoffelauflauf, und zu Wodka eingelegte Gurken mit Honig-Schmand-Dip serviert werden.



Teaser
Doch Stockholms kulinarische Szene hat noch weit mehr zu bieten! Wir verraten Ihnen, wo eine der besten Kardamom-Buns der Stadt gibt und wer alles in die Bar des Grand Hôtel anzutreffen ist – ein absolutes Muss bei einem Stockholmbesuch. Lesen Sie den vollständigen Artikel in der aktuellen Ausgabe von marmite und entdecken Sie weitere Geheimtipps und ikonische Cafés, die zu einem gemütlichen Verweilen in der zauberhaften schwedischen Metropole einladen.
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