Aargauer von Weltformat
In der Spitzengastronomie, über die Schweiz hinaus: Die Pinots noirs von Tom Litwan können mit den Besten mithalten. Nicht trotz, sondern wegen ihrer Herkunft.
Romanée Conti, Château Petrus, Tom Litwan. Ein kühler Nachmittag in Kopenhagen, Zeit für einen Apéro. Wer es auf eine gute Weinkarte abgesehen hat, landet hoffentlich früher oder später im Apéro – der Name der Bar ist Programm. Kleine Häppchen, riesige Weinkarte. 54 Seiten lang. Gespickt mit den in der dänischen Hauptstadt üblichen Naturweinen und Orange Wines, aber auch mit allem, was Rang und Namen hat. Spitzenjahrgänge der grössten Bordeaux- und Burgund-Weingüter, wer das nötige Kleingeld dafür hat, wähnt sich im Himmel. Auch die Schweiz ist auf der Karte vertreten, zwei Pinots noirs von Marie-Thérèse Chappaz sind gelistet, wobei es nur der Vorname der Walliser Ausnahmekönnerin aufs Papier geschafft hat. Der zweite Schweizer ist nicht etwa Gantenbein, Donatsch oder Tatasciore, sondern Tom Litwan mit einem Chardonnay und vier Pinots noirs. Auch im Keller der Dreisternerestaurants Amber (Hongkong) und Geranium (Kopenhagen, Nummer 1 von The World’s 50 Best Restaurants 2022) schlummern seine Weine.

Zum Trinken, nicht zum Malen
Dabei ist Litwan ja alles andere als ein Marketingprofi, der mit mutigem Auftritt, einzigartigem Storytelling oder unverwechselbarem Etikett auf der Flasche auffällt. «Nein, ich kann nicht behaupten, ich würde mich von irgendwas inspirieren lassen», meint der 47-Jährige ziemlich trocken. «Gute Böden und solides Handwerk – mehr ist es nicht.» Halt, stopp! Bäuerlich-schweizerische Bescheidenheit in Ehren. Aber so simpel ist es dann doch nicht. In seinem Weinkeller öffnet der gelernte Maurer eine Flasche. Den Jahrgang verrät er vorderhand nicht. Sein Mitarbeiter Miguel Ledesma tippt auf 2012, marmite auf 2011. Der Pinot noir stammt aus dem Jahr 2006, dem ersten Jahrgang Litwans. Farblich, aber auch in der Nase zeigt er nur leichte Alterungsnoten, die rote Frucht steht noch immer im Vordergrund, auch Kraft besitzt er nach wie vor, geschmeidig wiegelt der Saft durch den Gaumen, lange hallt er nach. Ein paar Stunden später zeigt er sich sogar noch klarer und ausdrucksstärker. So kennt man das in der Schweiz nur von den Besten. Und die sind nicht im Aargau zu Hause (…)
Die vollständige Geschichte lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe marmite 01/2026.
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