Caminada kann es auch simpel
Ein Facelift gehört an der Zürcher Goldküste ab einem gewissen Alter zum guten Ton. Der plastische Chirurg des Restaurants Buech in Herrliberg heisst Andreas Caminada – und hat einen hervorragenden Job gemacht. Die Hütten entstaubt, die Patina ins Rampenlicht gerückt, die Menükarte aufgefrischt. Der Charme ist zurück.

Die Buech in Herrliberg gehört zu Zürich wie der Sächsilüüteböögg. Und vor allem gehört sie seit 2017 zum The Living Circle (wie unter anderem auch die Hotels Widder und Storchen in Zürich), der seit bald vier Jahren eine Zusammenarbeit mit der Caminada Group pflegt. So kommt es nicht von ungefähr, dass der Dreisternekoch vom Schloss Schauenstein im vergangenen Herbst die Buech auf Vordermann bringen durfte. «Nach der Casa Caminada ist es unser zweites Restaurant, in dem wir nicht auf Fine Dining setzen», so Caminada.
Der leichte Start bei unserem Besuch: Bittersalate mit eingelegten Mirabellen und Haselnüssen an einer Vinaigrette. Sanft geräucherter Saibling mit Radieschen, Meerrettich und Kräuteröl. Quitten-Ceviche mit geflämmtem Kingfisch und Kohlrabi. Sieht simpel aus, doch der Fisch zeugt von einer geschmeidigen Textur, wie man sie selten erlebt. Das Geheimnis: mit Essig gebeizt, in Öl eingelegt.


Himmlisch ist der Zander mit Sauerkraut, karamellisierten Trauben und Beurre blanc. Dank der Säure am Gericht lässt sich auch die üppige Beilage wunderbar geniessen: Kartoffelstock mit Nussbutter – zum Reinliegen. Der karamellisierte Apfel mit Zimtwaffel, Apfel-Butter-Glace und Apfelsud zum Dessert unterstreicht die kulinarische Linie nochmals: kein Fine Dining, aber kreative Kompositionen, die man einfach lieben muss. Küchenchef Nicolas Schröder, der zuletzt im Zürcher Caminada-Restaurant Igniv arbeitete, legt die Messlatte zum Start hoch.
Gastgeberin Fabiola Reimund wird im Hintergrund von Ines Triebenbacher – sie dürfte Gourmets als Gastgeberin im Zürcher Igniv bekannt sein – unterstützt. Die Weinkarte etwa schreibt sie und bestückt sie mit spannenden Tropfen aus der Region, aber auch mit einer Fülle an spektakulären (Winzer-)Champagnern zu fairen Preisen.
Manchen Gästen werden vorderhand die Blumen und alles, was früher einmal war, fehlen. Den allermeisten aber dürfte die neue Richtung gefallen. Die Buech-Hütten mit Blick auf den Zürichsee sind schon sehr gut gebucht. Und die ersten Krug- und Cristal-Nachbestellungen mussten bereits getätigt werden.

Wir haben noch weitere Gute Nachrichten für Gourmets – zum Beispiel Moses Ceylan im Engadin! Lesen weiter im aktuellen marmite und lassen Sie sich kulinarisch inspirieren.
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