Kylie Minogue, welcher Song passt zu Ihrem Rosé?

12. Juli 2025

2020 kam Ihr erster Wein auf den Markt. Mittlerweile hat Kylie Minogue über 20 Millionen Flaschen verkauft. Die eigene Weinbar kommt auf der aktuellen «Tension»-Tour an jedes Konzert mit, hier geniessen VIPs die Weine der australischen Pop-Ikone. Marmite traf sie am vergangenen Sonntag wenige Stunden vor ihrem Konzert im Hallenstadion zum Interview.

Kylie Minogue, in erster Linie kennt die Welt Sie als Sängerin. Mittlerweile verkaufen Sie aber auch sehr erfolgreich Ihre eigenen Weine. Wie kam es dazu?
Kylie Minogue: 2017 war es, ein Glas Rosé an einem heissen Tag im Juni oder Juli in Nashville. Der Rosé schimmerte im Licht so schön. Da dachte ich mir: «Ich hätte gerne meinen eigenen.» Zwei, drei Jahre später traf ich Paul Schaafsma. Er entwickelte schon mit anderen bekannten Leuten Wein-Brands. Er fragte mich an, ohne zu wissen, dass ich eh schon davon träumte. Wir redeten zwei Stunden lang bei Rosé, Käse und Crackers.
 
Dann kam Covid. Keine Auftritte. Die perfekte Chance, sich dem Weinprojekt zu widmen?
Genau. Das gab uns Zeit, die Sache richtig anzugehen. Paul stellte mir während dem Lockdown Flaschen zum Degustieren vor die Tür. Ein schräger Start. Wir reisten in die Provence, ins Veneto.


 
Und nun führen Sie eine Linie mit derzeit neun Weinen. Rosé aus der Provence, Prosecco natürlich aus Norditalien, ein alkoholfreier Prickler aus Deutschland und so weiter. Wo bringen Sie sich da ein?
Die Welt lechzt heute mehr denn je nach Authentizität. Einfach nur etwas einkaufen und als sein eigenes Produkt verkaufen, funktioniert nicht. Ich bin bei allen Entscheiden dabei, nicht zuletzt auch, wenn es ums Finalisieren der Cuvées geht. Ich musste dafür eine neue Industrie kennenlernen. Der Prozess der Herstellung eines Weins erinnert mich indes ans Produzieren eines Songs. Von der Idee bis zum Resultat. Es ist letztlich das eigene Baby, das man freigibt. Ein krasser Moment.
 
Die Weinwelt ist sehr männerdominiert. Wie wurden Sie als Pop-Ikone aufgenommen?
Ich hatte anfangs Angst, ob ich akzeptiert werde. Aber wer mit mir arbeitet, merkt schnell, welche Passion dahintersteckt. Das führt zu Akzeptanz. Peter Gago, der Chef-Winzer von Penfold, schenkte mir nach unserem Treffen eine Flasche Grange 1968 aus seinem Privatkeller. Ein Top-Jahrgang. Das bedeutet schon was. Paul Schaafsma kann von meiner Leidenschaft ein Lied singen. Es kommt schon mal vor, dass er um 1 Uhr nachts nach einer Show eine Idee punkto Wein von mir erhält.
 
Und welcher Kylie-Song passt denn nun zu Ihrem Rosé?
Vielleicht «Slow». Ich geniesse nämlich gerne ein Glas, höchstens zwei. Gemütlich, langsam. Aber erst nach dem Konzert.

Interview: Benny Epstein

Fotos: ZVG

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