Fotos: Linda Pollari
Am 29. Juni fand der zweite marmitetalk im Viadukt in Zürich statt. Der clevere Appenzeller Bauer Sepp Dähler und der gewiefte Metzgermeister Robert Reif diskutierten über die Metzgerei der Zukunft und über ausgefallene Massagepraktiken bei Kälbern.
«Wer von Fleisch redet, landet entweder in der Politik oder in der Philosophie», mit diesen Worten eröffnete der Moderator, und marmite Chefredaktor Andrin C. Willi, das Gespräch. Die beiden Referenten Sepp Dähler, Landwirt und Erfinder des Labels «Kabier», und Robert Reif, Mitinhaber der gleichnamigen Züribergmetzgerei und Präsident vom Metzgermeisterverband des Kantons Zürich, thematisierten den Fleischalltag, den Metzger und Fleischproduzenten heute erleben. Düster ist dieser nicht, aber durchzogen.
Zweifelsohne, die Schweizer lieben Fleisch. Im letzten Jahr wurde so viel Fleisch gegessen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Trotz steigendem Fleischkonsum, verschwindet jedoch eine Metzgerei pro Woche in der Schweiz. Reif wies darauf hin, dass nicht nur die Billiganbieter in der Schweiz, sondern auch der Einkaufstourismus unter anderem in Deutschland verehrende Folgen für die Schweizer Metzger habe. «Man spricht von einer Milliarde Schweizer Franken. Dieses Einkaufsvolumen fehlt uns natürlich», schliesst Reif. Doch egal ob Metzger oder Produzent: Qualität, Service und Innovationen sind gefragt. Was Sepp Dähler mit seinem Kabier-Label umgesetzt hat, ist jedenfalls mustergültig. Er erklärte aber nicht nur, wieso er seine Tiere mit Biernebenprodukten füttert und massiert, sondern auch, warum er gegen die Zentralisierung der Schlachthöfe ist.
Fleisch, dieses Thema hätte noch viel mehr Gesprächsstoff geboten, doch wer nach der knappen Stunde noch weiter talken wollte, dem bot sich beim anschliessenden Aperitif genug Gelegenheit. Danach gab es am langen Tisch im Restaurant Markthalle, für alle, die vor lauter Reden Hunger bekommen haben, ein richtig grosses Stück Côte de Boeuf. Von wem? Natürlich vom Reif.
















